Mitgliederversammlung 2017

Das Vorstandsteam des Hospizvereins Lichtenfels, stehend von links: Dr. Steffen Coburger, Sabine Schmid-Hagen, Dr. Inge Atzpodien, Brunhilde Zawidzki, Renate Reuder, Monika Hummel, Alfons Staudt, sitzend von links: Georg Meißner, 1. Vorsitzende Evelyn Kondruss. Es fehlen die 2. Vorsitzende Dr. Andrea Starker und Vorstandsmitglied Katja Enders.

Begleitung Schwerstkranker und Sterbender

(Obermain-Tagblatt vom 10.03.2017)

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Hospizvereins Lichtenfels im Pfarrzentrum St. Marien standen eine ausführliche Bilanz der geleisteten Arbeit sowie die Neuwahl des Vorstands, bei der Evelyn Kondruss einstimmig als Vorsitzende bestätigt wurde.
Die Hospizarbeit sei auch im vergangenen Jahr eine große Herausforderung gewesen, betonte die Vorsitzende in ihrem Rechenschaftsbericht. Durch die kontinuierlichen herausragenden Leistungen der Hospizhelfer sei es möglich gewesen, die Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden im Landkreis zu gewährleisten.
Evelyn Kondruss bilanzierte dann ausführlich die geleistete Arbeit des Hospizvereins. Schwerpunkt war natürlich die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender sowie die Beratung und Trauerbegleitung der Angehörigen. Im letzten Jahr wurden 44 Begleitungen vom Hospizverein geleistet, wovon 14 aus dem Vorjahr übernommen wurden.
Die Bitte um Betreuung bei den 30 neuen Fällen ging dabei überwiegend von den Angehörigen (13), Pflegeeinrichtungen (9) und von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (7) aus. Die meisten der betreuten Menschen waren zwischen 71 und 90 Jahre alt. Der Zeitraum der Begleitungen reichte von mehreren Stunden über Monate bis hin zu einigen Jahren. Von den betreuten schwerkranken Menschen sind im Berichtszeitraum 28 verstorben, davon 13 in Pflegeheimen, 10 zu Hause und 4 in Kliniken.
Neben den Schwerstkranken hätten aber auch die Angehörigen im Blickfeld gestanden, um ihnen bei Trauergesprächen, psychosozialen Beratungsgesprächen und Palliativberatung einen Beistand in dieser schwierigen Situation zu geben.
Aber auch in der nach dem Tod beginnenden Zeit der Trauer bedürften die Angehörigen Unterstützung. Hilfreich für Trauernde könne es sein, anderen Trauernden zu begegnen. Deshalb biete der Hospizverein mit dem Trauercafé ein zusätzliches Angebot für Trauernde an. An jedem letzten Mittwoch im Monat (außer August und Dezember) bestehe für Trauernde beim Hospizverein im Pabstenweg 11 in der Zeit von 17.30 bis 19 Uhr die Möglichkeit, anderen Betroffenen zu begegnen und sich auszutauschen.
Die wichtigste Stütze der Hospizarbeit seien die ehrenamtlichen Helfer, die sich für den Einsatz im ambulanten Betreuungsdienst zur Verfügung stellen. Der aus 31 Aktiven bestehende Helferkreis, der sich im Übrigen regelmäßig zum Gedankenaustausch trifft, habe sich der nicht einfachen Aufgabe zu stellen, angesichts des Leidens und Sterbens sowie der Trauer gesprächs- und beziehungsfähig zu bleiben.


Evelyn Kondruss bedankte sich herzlich bei allen Ehrenamtlichen für ihren großartigen mitmenschlichen Einsatz, indem sie diesen Menschen in ihrer schwierigen Situation 530 Stunden Beistand leisteten. Sie hob auch hervor, dass im letzten Jahr wieder acht neue Hospizhelfer unter der Leitung der ehemaligen langjährigen Vorsitzenden Barbara Popp-Heimerl ausgebildet wurden. Schließlich ging die Vorsitzende auf verschiedene Aktivitäten im Rahmen des Vereins ein. Das Vereinsleben sei durch verschiedene Zusammenkünfte, Wanderungen, Weiterbildungen und Vorträge geprägt gewesen. Besonders hob die Vorsitzende das 20-jährige Bestehen des Vereins hervor, das in kleinem Rahmen am 2. Juli 2016 im AWO-Seniorenheim Redwitz gefeiert wurde.
Evelyn Kondruss sprach mit einer stärkeren Zusammenarbeit der 10 oberfränkischen Hospizvereine ein wichtiges Thema an, das bei einigen Treffen der Vereinsvorsitzenden zur Diskussion stand. Durch eine stärkere Kooperation und eine Förderung der  Kommunikation soll ein Netzwerk Oberfranken geschaffen werden, aus dem schließlich der Hospizverband Oberfranken hervorgehen sollte.
Erfreulicherweise sei die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr von 170 auf 186 angestiegen, denn die Mitgliedsbeiträge würden eine wichtige Grundlage der Hospizarbeit darstellen. Auch auf Spenden sei man angewiesen. Die Vorsitzende verwies auch noch auf die Internetpräsenz des Hospizvereins (www.hospiz-lichtenfels.de). Bei der Vorstandswahl ergaben sich als einzige Änderungen die Wahl von Monika Hummel zur Schriftführerin und von Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen in den Vorstand. Die Stadt Lichtenfels wurde durch die 2. Bürgermeisterin Sabine Rießner vertreten.
 

Alfred Thieret