Turbine Michelau zeigt sich sehr großzügig

Die Vorsitzenden des Hospizvereins Evelyn Kondruss und Dr. Andrea Stärker freuten sich über die Spende, die der Vorsitzende des FV Turbine Michelau, Jonas Pohl (von links), überreichte.

Grund zur großen Freude gab es am vergangenen Mittwoch beim Hospizverein Lichtenfels. Vorsitzender der FV „Turbine Michelau“, Jonas Pohl, überreichte Evelyn Kondruss am 13. April 2016 einen Scheck über 9082,88 Euro. Die Vorsitzende war überwältigt. „Das ist der Oberhammer“, war ihre erste Reaktion. Die Spende wurde im Januar bei einem Hobbyfußballturnier mit 20 Mannschaften in der Mainfeldhalle gesammelt (unsere Zeitung berichtete). Die Startgebühren und der Erlös von Essen und Trinken gingen in den Spendentopf, den 37 Firmem aus dem Landkreis Lichtenfels und Zuschauer auffüllten.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Freizeitkicker den Verein der „Aktiven Bürger“ mit rund 6900 Euro unterstützt. „Wichtig ist uns, dass die Gelder für wohltätige Zwecke im Landkreis Lichtenfels verwendet werden“, sagte Vorsitzender Pohl. Insbesondere liege ihnen die ehrenamtliche Arbeit am Herzen. Die jungen Hobbykicker setzen damit eine Tradition fort, die damals von den „Korbmachermönchen“ ins Leben gerufen wurde. Auch sie hatten den Erlös der Hallenturniere für einen guten Zweck gespendet. Im Laufe der Jahre kamen rund 140 000 Euro zusammen. Der Fußballverein „Turbine Michelau“ ist nun auf dem Weg in die Fußstapfen zu treten.

Die Vorsitzende des Hospizvereins Lichtenfels erläuterte die Ziele des Vereins, der 1996 gegründet wurde. „Unser Ziel ist es, schwerkranken und sterbenden Menschen Beistand zu leisten, sowohl in ihrer häuslichen Umgebung, als auch zu gegebener Zeit stationär. Wir wollen dazu beitragen, Menschen mit befristeter Lebenserwartung ein erfülltes Leben bis zuletzt und ein Sterben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen“, machte sie deutlich. Neben dieser hauptsächlichen Arbeit - der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender sowie der Entlastung ihrer Angehörigen - gebe es eine Reihe von Fragen, die beantwortet, Wünsche und Bedürfnisse soweit möglich erfüllt werden.

„Unser Einsatz ist ehrenamtlich und kostenlos, wir werden nicht staatlich unterstützt, daher sind wir auf Spenden angewiesen“, sagte Evelyn Kondruss. Die einmal jährliche Zuwendung von den Krankenkassen reiche gerademal aus, um eine Angestellte zu bezahlen. Die 40 aktiven Hospizhelfer würden für ihre Aufgabe gründlich vorbereitet, erhalten Fortbildungen und würden fachlich unterstützt von den 170 Mitgliedern, vom Vorstand und Beirat. Das alles koste Geld, ganz zu schweigen von der Büroausstattung und den gemieteten Räumen im Papstenweg 11.

Mit der großzügigen Spende sei es jetzt möglich, ein Seminarwochenende für die Aktiven im kommenden Jahr zu finanzieren, so die Vorsitzende. Die Gemeinschaft zu fördern und in der Gruppe Erfahrungen auszutauschen sei sehr wichtig, ergänzte die zweite Vorsitzende Dr. Andrea Stärker. Auch sie war beeindruckt von den jungen Leuten, die ein nicht alltägliches Thema aufgegriffen hätten.

Andreas Welz

(Obermain-Tagblatt vom 15.4.2016)